Was als Idee für eine bessere Reflexion nach Einsätzen begonnen hat, wird jetzt auch wissenschaftlich untersucht: ResQDiary wird Teil einer Studie in der Notfallsanitäterausbildung.
Für uns ist das ein besonderer Schritt. Denn hinter ResQDiary steht von Anfang an die Frage, wie Einsatzkräfte ihre Erfahrungen nicht einfach nur abhaken, sondern bewusst für ihre eigene Entwicklung nutzen können.
Jetzt wird genau dieser Ansatz wissenschaftlich betrachtet.
ResQDiary im echten Ausbildungsalltag
Die Untersuchung findet während der praktischen Ausbildung von angehenden Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitätern statt. Gerade dort entstehen jeden Tag Situationen, aus denen gelernt werden kann.
Gleichzeitig bleibt nach einem Einsatz nicht immer viel Zeit für eine ausführliche Nachbereitung. Dokumentation, Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft und der nächste Alarm gehören zum Alltag.
ResQDiary soll hier eine zusätzliche Möglichkeit bieten, ausgewählte Einsätze selbstständig und strukturiert zu reflektieren. Nicht als Ersatz für Praxisanleitung oder gemeinsame Einsatznachbesprechungen, sondern als Werkzeug, das die persönliche Reflexion im Alltag ergänzen kann.
Was möchte die Studie herausfinden?
Im Mittelpunkt steht die berufsbezogene Selbstwirksamkeit. Vereinfacht gesagt geht es dabei um die eigene Überzeugung, berufliche Herausforderungen erfolgreich bewältigen zu können.
Untersucht wird, wie sich diese während einer Praxisphase entwickelt und ob ein Zusammenhang mit der Nutzung von ResQDiary erkennbar ist.
Dafür werden die Teilnehmenden vor und nach ihrer Praxisphase befragt. Während dieser Zeit können sie selbst ausgewählte Einsätze mit ResQDiary reflektieren. Anschließend wird unter anderem betrachtet, wie häufig die App dafür genutzt wurde.
Die Untersuchung ist dabei bewusst ergebnisoffen. Es geht nicht darum, zu bestätigen, dass ResQDiary funktioniert, sondern darum, wissenschaftlich zu untersuchen, ob sich Hinweise auf einen Zusammenhang finden lassen.
Warum das für ResQDiary wichtig ist
ResQDiary ist aus einer sehr praktischen Idee entstanden: Reflexion soll im Einsatzalltag einen festen Platz bekommen können, ohne kompliziert oder zeitaufwendig sein zu müssen.
Umso spannender ist es für uns, diesen Ansatz jetzt auch aus wissenschaftlicher Perspektive betrachten zu lassen.
Die bisherige Forschung zeigt zwar die Bedeutung von Reflexion für professionelles Lernen, gleichzeitig gibt es bislang nur wenige Untersuchungen zu digitalen Reflexionsinstrumenten. Für die Notfallsanitäterausbildung konnte im Rahmen der zugrunde liegenden Literaturrecherche keine Studie identifiziert werden, die genau den Zusammenhang zwischen digital unterstützter strukturierter Einsatzreflexion und berufsbezogener Selbstwirksamkeit während einer Praxisphase untersucht.
Damit kann die Studie nicht nur für die Weiterentwicklung von ResQDiary interessant werden. Sie kann auch erste Hinweise darauf liefern, welche Rolle digitale Reflexion künftig in der praktischen Ausbildung spielen könnte.
Und jetzt?
Jetzt heißt es zunächst: Daten sammeln, auswerten und auf die Ergebnisse warten.
Die Studie ist als Prä-Post-Untersuchung angelegt und soll erste wissenschaftliche Hinweise liefern. Aufgrund des Studiendesigns ohne Kontrollgruppe können mögliche Veränderungen später nicht automatisch als Wirkung von ResQDiary interpretiert werden.
Für uns ist die Untersuchung trotzdem ein wichtiger Meilenstein.
Denn ResQDiary soll nicht einfach nur eine weitere App für Einsatzkräfte sein. Wir wollen langfristig besser verstehen, wie strukturierte Reflexion Einsatzkräfte beim Lernen und bei ihrer persönlichen Entwicklung unterstützen kann.
Sobald es Neuigkeiten und später erste Ergebnisse aus der Studie gibt, berichten wir darüber.